Dorfläden und sardische Produkte

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Su Corvu
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Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Su Corvu » 04.09.2018, 10:52

Monte Nieddu schrieb:
"Sehe ich nicht so, denn die Touristen sind nur begrenzte Zeit auf der Insel, die Sarden immer. Also müssen die Sarden selbst dafür sorgen, dass Ihre "kleinen Lädchen" erhalten bleiben. Was ja auch hier und da klappt, meine sardischen Bekannten unterstützen Ihren Dorfladen, auch wenn es dort evtl. etwas teurer ist, aber dafür entfallen die Fahrtkosten. Die Touristen können vielleicht in den Sommermonaten mit helfen, aber das erhält nicht, sondern unterstützt vielleicht."

In unserem Dörfchen (300 EW) gab es, als ich Anfang der 1980er-Jahre dorthin kam, noch drei "Tante-Emma-Lädchen", früher sogar noch einen Metzger. Als dann die ersten Supermärkte in Budoni aufmachten, hat ein Laden nach dem anderen geschlossen.
Vor vier Jahren hat eine Verwandte wieder einen Laden eröffnet, und der geht wirklich gut! Ab 7 Uhr gibt es frisches Brot. Neben Tiefkühlkost kann man vorzüglichen sardischen Schinken-Aufschnitt, Mortadella mit Pistazien, Salssiccia u. Salami sowie Schafskäse u. andere Käsesorten kaufen. Seit einiger Zeit wird auch (täglich wechselnd) frisches Fleisch und frischer Fisch angeboten.
Dieser Laden floriert, weil es in den umliegenden Dörfern kein einziges Geschäft mehr gibt u. gerade ältere Menschen, oft ohne Auto, zum Einkaufen nicht nach Budoni fahren müssen.
Die Touristen im Dorf, auch unsere Gäste, kaufen dort gelegentlich ein, aber die Mehrzahl zieht es in die Supermärkte - ich kann das nicht nachvollziehen, denn die Qualität ist oft dürftig und sardische Produkte muss man mit der Lupe suchen.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Salamaghe » 04.09.2018, 15:54

Ich glaube auch nicht das die Touristen die Dorfläden unterstützen. Die meisten bevorzugen die Discounter. Es ist auch anonymer, man muss nicht reden, denn eine Frischetheke gibt es selten. Die Produkte bekommt man eingepackt und ob sie sardisch sind, ist egal.
Wer wirklich genießt und sich mit sardischen Produkten auskennt der geht in die kleinen Läden oder in die Käserei oder auf den Markt. Das ist aber nicht die Mehrzahl. Wir gehen auch in den Discounter Einkaufen, aber ich habe gerade hier auf der Insel gelernt, weniger ist mehr. Ich spare nicht mehr an Obst und Gemüse oder Fleisch und Fisch, Käse. Diese frischen Produkte kaufe ich in den kleinen Läden und Märkte. Und achtet mal drauf. Der Kilopreis für Schinken ist im Dicounter teurer als der im Tante Emma Laden und dann ist er vielleicht auch noch gerade im Angebot.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von eckart » 04.09.2018, 22:06

Für das täglich Brot muss ich nun nicht einkaufen. Das macht schon Familie Filice. Wein und Öl beim Erzeuger. Ich bin aber auch gerne im Porta Nuova. Viele kleine und natürlich ein großer (Conad). Hier muss ich aber sagen: Sardische Produkte werden alle Übersichtlich ausgewiesen und haben auch ihr eigenes Terrain. Frisch Fleisch und Wursttheken (mit Karte ziehen) gibt es auch. Ich schaue mir dies gerne an und vergleiche. Habe dort zum Beispiel auch das Olio entdeckt, welches ich jetzt aber 10 Kilometer weiter direkt Einkaufe. Schon weil es da größere Gebinde (Kanister) gibt. :D
Gaetano Filice selbst betreibt in zwei Städten (Sanluri, Villacidro) ein Geschäft für Pflegeprodukte und allerlei. Ein kleiner Raum. Nichts Großes. Ich werde ihn im Oktober mal fragen nach den Sorgen und Nöten bzw. der Entwicklung.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Karin » 05.09.2018, 00:35

Salamaghe hat geschrieben:
04.09.2018, 15:54
Ich glaube auch nicht das die Touristen die Dorfläden unterstützen.
Bist du sicher, dass das generell der Trend ist? Ich kann mir das aus eigenem Erleben gar nicht so vorstellen. Für mich gehört das Stöbern in kleinen Dorf-Lebensmittelläden immer zum Urlaub dazu (nicht nur auf Sardinien). Meistens wird einem auch angeboten zu probieren. Was haben wir auf diese Weise schon für leckeren Käse, Schinken oder auch Gebäck kennengelernt! Unsere Mittagsmahlzeit ist meistens ein "Picknick" aus solchen Köstlichkeiten. Obst kaufen wir gerne das, was gerade reif ist, am Straßenrand vom Bauern - ein Genuss! Und wenn wir eine Käserei entdecken, können wir auch nicht daran vorbeifahren....

Aber ja, ich kann mir auch vorstellen, dass viele Touristen glauben, im großen Supermarkt für die ganze Familie günstiger einkaufen zu können, und deshalb gar nicht erst in kleine Läden gehen. Aus D kennt man es ja, dass kleine Läden heute oftmals Feinkostläden und entsprechend teuer sind. Auf Sardinien war ich anfangs auch sehr erstaunt, wie günstig man in Dorfläden so hervorragende Produkte bekommen kann.
Ich hätte nur gedacht, dass gerade unter den Individualtouristen auf Sardinien viele neugierige Menschen sind, auch im Hinblick auf lokale Spezialitäten, und sie ganz schnell merken, welchen kulinarischen Vorteil das Einkaufen im Dorfladen hat.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Salamaghe » 05.09.2018, 10:05

Ich beobachte es hier bei uns in Budoni. Die Einheimischen gehen oft und wohl auch gerne in die kleinen Läden. Budoni hat ein Eurospin, dort kannst du in den Sommermonaten nicht einkaufen. Die Schlange vor der Kasse geht einmal durch den Laden. Wir die hier wohnen gehen in die kleinen Läden, gerade weil sie auch gute Angebote haben.
In Budoni gibt es einen Feinkostladen, der machte vor Jahren vor den Sommermonaten auf. Ich dachte mir....Bin mal gespannt ob er sich auch außerhalb der Saison halten kann. Er ist immer noch da, auch weil Einheimische die Produkte gerne nutzen. Die Lebensmittel kommen außschließlich aus Sardinien. Sicher sie sind teuer, eine Panettone aus Nuoro zu Weihnachten kosten dann mal 20 Euro, aber es ist ein Genuß. Ich finde gerade die Sarden halten ihre Tradition des Essens noch aufrecht. An Essen wird generell in Italien/ Sardinien nicht gespart. Das sieht der Deutsche( natürlich nicht alle) anders.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von eumel » 05.09.2018, 10:36

Ich liebe diese kleinen Läden auch und noch lieber kaufe ich Obst & Gemüse bzw. Fisch auf dem Markt, inzwischen bei den Händlern meines Vertrauens ;) - auch wenn ich nicht auf Sardinien lebe so kennt mich der Fischhändler durchaus!
Die Supermärkte müssen halt herhalten für Wasser, Hygieneartikel etc. (Weiß auch gar nicht, ob es sardisches Toilettenpapier gibt???)

Obst & Gemüse und auch Fleisch habe ich immer schon, auch als einfacher Tourist, immer schon an der Straße od. beim Metzger gekauft. Aber das halte ich in Deutschland genauso, ich möchte einfach wissen, wo meine Lebensmittel herkommen.
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Monte Nieddu » 08.09.2018, 12:20

Ich denke, dass die Touristen in den Discounter gehen, liegt auch daran, dass sie meist kein Italienisch sprechen. So ist es einfacher, sich alles aus den Regalen zu zerren und nichts ordern zu müssen.

Ich habe eine Bekannte, die seit fast 20 Jahren in Sardinien ein Haus hat, aber nie an der Käse oder Wursttheke, Bäcker, einkauft, weil sie nicht weiß, was sie sagen soll :shock:

Gibt es eigentlich noch die Gemüseverkäuferin in Richtung Agrustos, welche im Sardinienforum erwähnt wurde?
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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Salamaghe » 08.09.2018, 13:46

Meinst du die in Birgalavò? Soweit ich weiß ja.
Der Gemüsestand hinter dem Eurospin hat auch sehr gute Sachen.

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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Su Corvu » 08.09.2018, 13:47

Sie heißt Cinzia u. der Verkauf ist zwischen Malamuri u. Agrustos. Alles aus eigenem biol. Anbau. Aber jetzt ist fast alles abgeerntet. Samstags war sie auch auf den kl. Wochenmarkt in Budoni.

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Re: Dorfläden und sardische Produkte

Beitrag von Monte Nieddu » 08.09.2018, 17:30

Salamaghe hat geschrieben:
08.09.2018, 13:46
Der Gemüsestand hinter dem Eurospin hat auch sehr gute Sachen.
Du meinst Richtung Dettori, Abfahrt auf die Schnellstraße?

Nein, da gehe ich nicht mehr hin, ich habe dort angeblich frische Eier erhalten, die stinkend faul waren und die Obst und Gemüse Angebote waren nicht frisch, allerdings nie in der Hauptsaison, das muss ich zugeben.

Wenn man als Spät-Anreisender kommt, hat man öfter mal kein Glück.

Nix für ungut.

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