Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

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Casa Sardegna
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Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Casa Sardegna » 20.11.2018, 10:59

Nachdem sich anscheinend doch der ein oder andere zu Weihnachten auf der Insel aufhält, wäre ein Austausch über liebgewonnenen Gepflogenheiten und Bräuche zu Weihnachten sicherlich interessant, vielleicht auch, was ihr davon nach Sardinien mitgenommen habt.

Ich fange mal mit meinen persönlichen, und deshalb vielleicht etwas überzeichneten Eindrücken an:

Wir waren das letzte Mal vor 6 Jahren zu Weihnachten auf Sardinien (also viel zu selten), davor einige Male zu Weihnachten an anderen Stellen Italiens und jedesmal fremdele ich etwas im Vergleich zur "DEUTSCHEN" Weihnacht, weil anderes, als gewohnt.

Deutschland zu Weihnachten,
das bringe ich mit dunklen Tagen, schlechtem Wetter, aber auch mit Weihnachtsmusik ( oder -geplärre aus den Einkaufszentren), Weihnachtsmärkten, Glühweingeruch, Lichterketten in den Innenstädten, überquellenden Lebensmittelangeboten, gestressten Menschen im hektischem Treiben in den Vorweihnachtstagen, Reisende, die zur Familie zurückkehren etc. in Verbindung. Man wird also schon über Wochen auf Weihnachten "eingestimmt", ob man will, oder nicht. Das Ganze gipfelt in den "Heilig Morgen", dem Zenit des Last-Minute-Geschenkeeinkaufs, die Lebensmittelabteilungen sind geplündert, Deutschland steht vor drei Tagen geschlossenen Geschäften und einem drohenden Versorgungsnotstand.
Und überall herrscht noch mehr Hektik, als schon zuvor.

Irgendwie so ab 16:00 Uhr am Heiligen Abend wandelt sich das Ganze in einen schweren, ruhigen und bemüht feierlichen Weihnachtsmodus, der dann in Geschenke auspacken, leckerem Essen mündet und für anschließende weitere 2.5 Tage Essen, Geschenke auspacken und Verwandschaftsbesuche anhält. Dazu sitzt man im Auto und eilt mit Päckchen und Geschenken in andere Orte und kehrt am Abend mit neuen Päckchen nach Haus zurück. Das Ganze geht am ersten Tag nach Wiedereröffnung der Geschäfte in eine Umtausch- und Gutscheineinlösorgie über. Oder man bricht in den Skikurzurlaub auf, was alle andern natürlich auch zeitgleich tun. Schließlich muss man die Tage gut ausnutzen. Kurz danach ist das Jahr um. Für mich ist es so, dass der auf 3 Tage begrenzte Weihnachtsmodus die Hektik davor und danach allenfalls unterbricht. Runterkommen ist in diesen Tagen für mich schwierig bis unmöglich.

Sardinien zu Weihnachten:
das ist für mich, einen Tannenbaum und dezenten Baumschmuck aus Deutschland mitzubringen, weil ich keine chinesischen Plastikbäume mag und Weihnachtsbaumverkauf auf Sardinien offenbar keine große Relevanz besitzt. Die Flughäfen sind im Vergleich zum Sommer menschenleer, die Straßen auch und das Leben scheint nicht viel anders, als sonst auch.

Weihnachtsmärkte, festliche Beleuchtung,winterliches Wetter--- Fehlanzeige oder nur in Spuren erkennbar.

Dafür aber LED-Vierfarb-Klimperbeleuchtung in den Geschäften, die am Heiligen Abend wie immer bis 20 Uhr aufhaben und die Sarden bis dahin arbeiten, einkaufen und mit Weihnachten offenbar nicht viel am Hut haben. Im Unterschied zu Deutschland: Der Panettone darf im Supermarkt nicht fehlen, dazu irgenwelche Ferrero-Monsterschokoladenerzeugnisse für die Bimbi. Alles läuft irgendwie ruhiger, fast wie in Slow-Motion im Vergleich zu Deutschland ab. Und irgendwie färbt das auch auf mich ab.

Die Christmesse um 23:00 Uhr läutet dann Weihnachten ein, der Abend bis dahin entspannt, aber eben auch noch nicht besonders festlich. Danach geht man schlafen und am 25.12., dem ersten Weihnachtstag, werden vor dem offenen Kamin die Geschenke ausgepackt, die meist deutlich sparsamer ausfallen, als in Deutschland. Dabei dreht sich schon das Carne arrosto auf dem Spieß und die Pasta al Forno (Lasagne) wird in den Ofen geschoben, für die die Signora di Casa schon früh aufgestanden ist. Irgendwer hat auch den mitgebrachten Baum geschmückt. ;)
Schwiegervater füllt den selbstgemachten Wein auf, der Tisch wird festlich gedeckt und im Hintergrund hält der Papst im Fernsehen seine Weihnachtsmesse. Irgendwie ist Weihnachten angekommen, aber anders.

Nachdem man sich nach dem Essen, auch wg. des Panettones, des Limoncellos und trotz des Cafes nicht mehr bewegen kann, lockt vielleicht der ein oder andere Sonnenstrahl zu einer passeggiata, vielleicht sogar zu einem kurzen Besuch am Meer. Die Verwandschaft wohnt um die Ecke, man schaut vielleicht zu Fuß vorbei, aber ohne Geschenke und großen Klimbim. Und am Folgetag, auch wenn ich das nicht besonders freundlich für die Angestellten finde, sind die Bäckereien und Lebensmittelläden geöffnet. Schwiegervater fährt wieder zu seinen Tieren aufs Land und am Abend ist Weihnachten dann still und leise ausgeklungen.

Weihnachten auf Sardinien, das ist für mich Entschleunigung und Familie, welches ich besonders dann genießen kann, wenn ich es nicht mit Deutschland vergleiche. Es einfach mitzuerleben, ohne es komplett "Deutsch" machen zu wollen. Aber ein ganz klein wenig schon ;)
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Su Corvu » 20.11.2018, 11:23

Michael,
es ist genau so, wie Du es beschrieben hast. Mir ist die "sardische" Weihnacht etwas zu wenig feierlich, die deutsche Sozialisation steckt einem doch noch in den Knochen. Wahrscheinlich kommt das daher, dass hier auf der Insel Ostern das wichtigere Fest ist.
Von Deutschland beibehalten haben wir den Adventskranz (kein Plastik, u. mit echten Kerzen) und unser Tannenbaum ist eine Pinie, die wir von der Forestale geschenkt bekommen. Am 1. oder 2. Weihnachtstag laden wir die Familie ein u. es gibt ein schönes Mittagessen, deutsch-sardisch gemischt.
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von eumel » 20.11.2018, 12:17

Hallo Michael,

vielen Dank für deinen Bericht - habe heftig geschmunzelt beim Lesen.

Leider habe ich keinen Vergleich, da wir immer erst am 27. od. 28.12. losgefahren sind und das wohl auch beibehalten, solange unsere "Alten" das Fest mit uns feiern wollen und können. Aber das wird nicht ewig sein und die Kinder sind im Begriff eigene Familien zu installieren. Spätestens dann werden wir diese Erfahrung hoffentlich auch machen dürfen.

Liebe Grüße - Ute
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Hans1 » 20.11.2018, 12:40

Bei uns gibt es einen (echten) Weihnachtsbaum sowie von Zuhause gewohnt, nur eben eine Fichte. Die bekomme ich von einem Freund geschenkt nach der Drohung diese sonst zu klauen :P. Wir fahren gemeinsam zum Christbaum schlagen am 23.12 in den Wald und schmücken im Anschluss den Baum, bei Glühwein und Weihnachtsmusik. Am 24. Gibt es ein Essen mit Freunden und anschließend den Besuch der Weihnachtsmesse.
Eigentlich ganz traditionell.
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Salamaghe » 20.11.2018, 14:31

Nachdem ich mich erst geweigert habe den Baum schon ab dem 8.12. aufzustellen, mache ich es die letzten 3 Jahre doch. Ich bin nun mal jetzt in Italien. Advent wird hier nicht zelebriert. In Budoni kann man echt Bäume kaufen, Fichten.
Ich finde hier Weihnachten ruhiger, schlichter, aber sollte es so nicht sein? Der Konsum, das Überangebot, der Stress, was hat das mit Weihnachten zutun?
Die Vorweihnachtszeit ist auch schöner. Zeitlich begrenzte Weihnachtsmärkte, kleine Veranstaltungen, ruhig und schön,keine Weihnachtsplätzchen im August.
Mir gefällt es.
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Luna sarda » 20.11.2018, 15:41

Wir feiern nun seit 6 oder 7 Jahren Weihnachten auf Sardinien. Der Advent kommt hier eindeutig zu kurz. Aber ich habe schon vor ein paar Jahren angefangen, wenigstens im engsten Freundeskreis, den schönen Brauch des Adventskalenders und des Nikolausabend einzuführen. Natürlich nicht die unsäglichen Schoko-Adventskalender! Ich habe aus Deutschland diverse Varianten mit Säckchen und Schächtelchen mitgebracht, die ich für Kinder und auch Erwachsene mit unterschiedlichsten Dingen befülle und verschenke. Die meisten fanden das so nett, dass sie mir die Girlanden mit Säckchen, Schächten und Tütchen immer wieder bringen, dass ich sie von neuem füllen kann. Manche machen das inzwischen auch selbst! Am Nikolaustag bzw am Vorabend richte ich für die Kinder unserer Freunde einen Stiefel aus Sacken oder Filzstift, der mit Nüssen, Kastanien und Früchten gefüllt wird.

Bei uns im Haus fange ich Anfang Dezember an, das Haus Zimmer für Zimmer 'kuschelig' zu machen und weihnachtlich zu dekorieren. Die Kissen in der Wohnküche bekommen einen Lammfellüberzug, das weihnachtliche Geschirr kommt zum Einsatz, und das Diwan erhält eine grosse Eco-Felldecke und passende Kissen.

Vor Weihnachten kommen dann die Lichtergirlanden heraus (warmweiss, keinesfalls bunt) und werden draußen dem Oleander und auf der Veranda einer Zypresse im Topf übergehängt. Das Regal auf der Veranda erhält Sternen-Leds in der Flasche und eine weihnachtliche Tischdecke, wenn wir draußen essen oder nur gemütlich sitzen.

Am 2. Oder 3.Adventssonntag veranstalten wir für unsere sardischen, deutsch-sardischen und österreich-sardischen Freunde ein Weihnachtsmärktchen im Garten - der Essplatz ist entsprechend dekoriert. Es gibt Nürnberger Lebkuchen, Glühwein und Kastanien, die auf dem offenen Feuer geröstet werden. Hübsche Kleinigkeiten (weihnachtlichen Schmuck und Deko), die ich gewöhnlich von meinem letzten Besuch in D mitbringe, können erworben werden, und der Erlös (auch, wenn es keine großen Summen sind), geht an den hiesigen Chor oder eine Gruppe, die gemeinnützig tätig ist, meist 'runde' ich etwas nach oben auf...
Am Feuer wird gelacht, geredet und sogar gesungen - weihnachtliches aus zwei oder drei Ländern.
Am Schluß wird die Mitternachtssuppe serviert - jedes Jahr ist jemand anderer dran, sie vorzubereiten, damit sie nur noch heiß gemacht werden muss.

Weihnachten selbst, also Heilig Abend feiern wir meist allein (außer unsere Tochter kommt zu Besuch), nicht mit einer Gans, aber mit vielen, kleinen Leckereien (Fingerfood).
Auch am ersten Feiertag bleiben wir meist zuhause, erst am zweiten Feiertag steigt das große Lachsessen mit 2 der aus Irland stammenden, geräucherten Lachsessen mit Saucen und Grünzeug bei einem unserer Freunde aus der 'festen' Gruppe, die auch sonst Teil der immer wieder veranstalten Festchen sind - abwechselnd wird mal bei diesem oder jenem gefeiert.
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Salamaghe » 20.11.2018, 16:33

Letztes Jahr waren wir alleine über Weihnachten, sodass wir Heiligabend Vormittags nach Tempio gefahren sind. Die Straßen der Altstadt waren wunderschön geschmückt, nicht kitschig. Es standen Weihnachtsbuden mit schönen Dingen, ein kleiner Markt. Die Leute schlenderten durch die Altstadt. Es war eine ruhige,angenehme Atmosphäre.
Leider bekomme ich es nicht hin Bilder einzustellen.
Sonst hätte ich paar Bilder von Tempio hochgeladen.
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von lanadi » 20.11.2018, 21:06

Hmm.. man wird richtig sentimental mit euren schönen Beschreibungen.....

Aber sollte Weihnachten nicht genau so sein ? Ein wenig festlich, besinnlich, Zeit mit den Liebsten verbringen und diesem Konsumwahn ein wenig zu entfliehen ?
Genau das ist auch der Grund, warum wir Weihnachten und Silvester nicht in Österreich verbringen wollen. Seit Ende August ! gibt es Lebkuchen in den Regalen, im September kann man schon Christbaumschmuck kaufen...
Ich glaub die Menschen decken sich jetzt schon mit Lebensmittel ein, (es könnte ja sein, dass es am 26.12. nichts mehr gibt zum Kaufen).

Es wird immer noch schrecklicher, die Kinder werden zugeschüttet mit Geschenken und die Weihnachtstage sind der pure Stress.
Das kann nicht der Sinn von Weihnachten sein....
...und kaum ist der 24.12. vorbei, dann beginnt das große Knallen.. Tage vorher wird schon geschossen was das Zeug hält, jedes Jahr
lo stesso...am 31.12. den ganzen Abend "action" bis 2:00 früh und am 1.1. wenn du raus gehst liegt kiloweise der Mist herum den diverse
Feuerwerksbetreiber hinterlassen haben.
Tolle Feiertage ! :evil: :evil:

Ich freue mich auf ein schönes, liebevolles Abendessen mit meinem Mann, eine Kerze am Tisch, ein gutes Glas Wein dazu und ganz viel Liebe im Herzen !
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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von Salamaghe » 21.11.2018, 08:08

Wir waren immer gerne mit unseren Kindern über Weihnachten auf Sardinien. Mir war es wichtig das die Kinder die sardische Tradition mitbekommen. Das die Läden nicht überfüllt mit Weihnachtsartikel sind. Früher war es noch weniger, da ging das Weihnachtsgeschäft erst Ende November los. Jetzt ist es hier auch schon Ende Oktober, aber eigentlich nur in den großen Geschäften. Man wird bis jetzt auch noch nicht mit Weihnachtsbeleuchtung und Musik berieselt.
Was wir auch genossen haben waren die Spaziergänge an den Weihnachtstagen.Bei schönen Wetter zu ging es raus. Besuche werden kurz abgehalten. Ein Kaffee ein Stück Panettone und ein Weihnachtsgruß. Dafür werden aber auch liebe Nachbarn oder Freunde bedacht. Panettone wird herumgereicht.

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Re: Natale in Sardegna -Wie feiert ihr das Fest? -

Beitrag von eckart » 25.11.2018, 15:21

Die Beschreibung der Weihnachtszeit in Deutschland ist sicherlich richtig. Aber halt Allgemein und wenn ich hier weiter lese, so gibt es doch Ausnahmen.
Für uns Kinder gab es die Bescherung immer erst nach dem Gottesdienst und dem Besuch des "Hauses Zuflucht". Es gehörte zur evang. Stadtmission von Halle/Saale und befand sich auf dem selben Grundstück. Das "Haus Zuflucht" beheimatete Frauen unterschiedlichen Alters, welche wohl meist eine Behinderung - Trisomi 21 (Down-Syndrom) besaßen.
Auch dort gab es Bescherung und das für mich beeindruckende: erst freuten sich die Mädchen/Frauen über das neue, aktuelle Geschenk. Dann rannten (fast sprichwörtlich) einige los und brachten Ihr Geschenk vom letzten Jahr, zeigten es und freuten sich, als hätten sie es gerade eben geschenkt bekommen. Keine großen Sachen waren dies. So würden wohl die meisten Urteilen.
Dies werde ich wohl nie vergessen und mich somit erinnern: Freude ist eine Form der Liebe und es bedarf wenig dazu.

Und so feiern wir mit wenig. Kleine Aufmerksamkeiten. Zum Beispiel ein neues kreuzworträtselbuch, weil die Person halt dies gerne tut. Einen Kalender für das folgende Jahr mit Bildern und somit schönen Erinnerungen vom Jahr. Keine Hatz und Hektik. Natürlich mit Essen was uns gut schmeckt. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Und ja, Wein darf auch nicht fehlen. Natürlich Bovale, Cannonau oder Vermentino. Um eine kleine, nicht vollständige Auswahl sardischer Trauben hier zu nennen.

Und so geht die Weihnachtszeit in die Jahresübergangszeit über und es wird noch ruhiger. Rücksicht auf Bella. Bei uns zu Hause im kleinen Dorf in der Straße wo wir wohnen gehen wenige Böller hoch und so braucht Bella sich nicht zu verstecken. Das passt, "Feierbiester" sind wir eh nicht.
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Bella, Border Colli
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Zusammen mit Gino con Piacere, unserem Border Terrier
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Und die Vorfreude steigt. Auf das kommende, auf Sardinien. Und sicherlich, so hoffe ich, werde ich auch mal auf Sardinien die Weihnachtszeit genießen können. Aber noch werden wir hier in D gebraucht.
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Meine Muttersprache ist deutsch - Ich bin EUROPÄER!
La mia lingua madre è il tedesco - Sono EUROPEO!
UND
Con Piacere im Westen Sardiniens,
a casa der Eckart Schuster (www.sardinienforum.eu und www.mein-tagebuch.de)

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