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Su Corvu
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Beitrag von Su Corvu » 12.08.2018, 10:20

Habe die Überschrift gewählt, weil hier dann auch Buch-Hinweise reinpassen, die keine Besprechungen sind. Heute:

Alfred Steinitzer: Die vergessene Insel. Sardinien und die Sarden. Der Flamberg Verlag: Gotha 1924. Mit 103 Abbildungen im Kupfertiefdruck.

Das nun fast hundert Jahre alte Werk ist das Resultat eines mehrwöchigen Sardinienaufenthaltes des Verfassers im Jahr 1914. Steinitzer behandelt knapp, aber trotzdem detailliert und kenntnisreich die Allgemeine Landeskunde sowie Landschaft-Städte-Architektur. Im Anhang finden wir dann 105 Abbildungen und Fotos.
Für den heutigen Leser ist der Zeitvergleich reizvoll, manches scheint der Vergangenheit anzugehören, einige Charakteristika kann man aber heute noch entdecken. Steinitzers letzte Ortsbeschreibung widmet sich Siniscola: "Ein großes, aber höchst ärmliches Dorf. Die Lage am Fuße der in prallen Wänden abbrechenden, 1029 hohen Punta Cupetti, des nördlichen Eckpfeilers der (...) Dolomitenkette des Monte Albo, ist recht malerisch". Im Bildteil zeigt das letzte Foto dann die Familie, bei der Steinitzer zum Mittagstisch eingekehrt war.

Ich habe das Buch vor einigen Jahren noch antiquarisch erwerben können.
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Karin (12.08.2018, 10:39) • futurestyling (28.02.2019, 19:11)
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Re: Buchtipps

Beitrag von Su Corvu » 19.08.2018, 17:37

Cagnetta, Franco:
Die Banditen von Orgosolo
Econ-Verlag, 1964 (dt. Ausgabe)

Das Buch von Franco Cagnetta ist antiquarisch noch erhältlich. Es ist der Versuch einer soziografischen Studie zum Phänomen des seinerzeitigen sard. Banditentums der 50er-Jahre und zugleich ein facettenreiches Porträt des Dorfes Orgosolo in der Barbagia. Die heutige Lebensrealität der Menschen in Orgosolo hat mit den damaligen Verkältnissen nichts mehr gemein. "Die sardischen Banditen" in dieser Form sind Historie.

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Re: Buchtipps

Beitrag von Su Corvu » 28.08.2018, 10:01

Amelie Posse-Brádzdová: Sardinien. Eine sonnige Gefangenschaft. Rotapfel-Verlag, Erlenbach-Zürich u. Leizig o.J. (1935)

Die schwedische Autorin lernt bei einem Aufenthalt in Rom während des Ersten Weltkriegs ihren späteren tschechischen Mann kennen. Da Italien am 23. Mai 1915 auf Seiten der Entente in den Ersten Weltkrieg eingetreten war, wurde das Paar als Bürger eines Feindstaates (Posse hatte die österreichische Staatsbürgerschaft angenommen) festgenommen und bis 1916 in Alghero auf Sardinien interniert. Innerhalb der Stadt konnten sich Amelie und ihr Mann frei bewegen und mit Genehmigung der Carabinieri auch Ausfüge in die Orte der weiteren Umgebung unternehmen. Amelie Posse beschreibt mit einfühlsamer Beobachtungsgabe die Insel und ihre Menschen, von denen sie nur wußte, weil sie in Rom einige Male mit der sardischen Nobelpreisträgerin Grazia Deledda zusammengetroffen war. Die einzelnen Kapitel handeln von den Lebensverhältnissen in Alghero, dem Einfluß der Geistlichkeit, den Festen, dem Kunsthandwerk und den Trachten, der traditionellen Musik, den Tänzen und den Eßgewohnheiten. Dem Leser wird die charakteristische Lebensweise der Sarden vor einhundert Jahre nahe gebracht.

An die Schriftstellerin wurde 2016 mit einer Präsentation der italienischen Ausgabe ihres Werks "Interludio in Sardegna" (Stockholm 1935) in der kommunalen Bibliothek in Aggius (Alghero) erinnert.

Das Buch ist noch im Antiquariat und Internet erhältlich.

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Re: Buchtipps

Beitrag von sardi99 » 24.09.2018, 17:22

Marcello Fois
Der Tod wäscht alles rein
Ein Roman der auf Sardinien spielt

Marcello Fois wurde 1960 in Nouro geboren

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Re: Buchtipps

Beitrag von Luna sarda » 29.10.2018, 16:12

Die Honigtöchter von Cristina Caboni,
Die geheime Sprache der Bienen erzählt von Liebe und der Vergangenheit einer Insel
L'abitudine è la più brutta delle malattie. Ti fa accettare di tutto, anche di non essere felice!

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Re: Buchtipps

Beitrag von Su Corvu » 25.11.2018, 08:39

Ludwig Mathar: Primavera. Frühlingsfahrten ins unbekannte Italien. Bonn: Verlag der Buchgemeinde 1926

Ein Kapitel in Mathars Reisebericht ist Sardinien gewidmet, es handelt vom "Innern Sardiniens", "Cagliari" u. "Sonnige Meerfahrt", der Schiffsreise von Cagliari nach Sizilien. Im Landesinnern bereist der Autor mit dem Postwagen und dem Zug Bono ("Das wilde Felsennest" am Monte Rasu), Burgos ("Ein Adlernest der Feudalherren"), Macomer ("Von vorhistorischen Burgen - Nuraghes - geheimnisvoll umgeben"), Berchidda, den Goceano, Ossidda und Benetutti. Mathar beschreibt sehr anschaulich die Menschen und ihre Trachten, ihre Verhaltensweisen. die Häuser und deren Einrichtung, die Speisen , die Gastfreundschaft und, schließlich, die Vielfalt der Landschaft.

Es folgt ein Rundgang durch Cagliari von der Via Roma bis zum Castello, alle Facetten der Hafenstadt werden geschildert vom pulsierenden Leben in den Gassen bis zum pisanischen Dom und der wechselvollen Geschichte. Vom Dampfer wirft Mathar einen Blick zurück auf "die von Sonne umflutete, geschichtlich alte und große Stadt von der grünen Uferstraße bis zur Spitze der Domkuppel".

Zu erwähnen ist noch, daß der Schriftsteller Ludwig Mathar mit dem Fotographen August Sander 1927 eine knapp siebenwöchige Reise nach Sardinien unternahm auf der etwa 300 Aufnahmen Sanders entstanden.

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Re: Buchtipps

Beitrag von Su Corvu » 28.02.2019, 17:03

Hier hatte ich auf das Werk "Die Banditen von Orgosolo" von Franco Cagnetta aufmerksam gemacht:

https://sardinien-forum.org/viewtopic.p ... osolo#p794

Heute erschien im "L'Ortobene" eine sehr lesenswerte Würdigung seiner soziografischen Studie und des gleichnamigen Films von Vittorio De Seta.
Erste Ergebnisse von Cagnettas Untersuchung wurden 1954 in der Zeitschrift "Nuovi Argumenti" vorgestellt, die Publikation wurde beschlagnahmt und der Autor wurde wegen Beleidigung der Streitkräfte u. Störung der Öffentlichen Ordnung angezeigt, das Verfahren wurde jedoch 1955 eingestellt. Trotzdem konnte der Artikel in italienischer Sprache erst 1975 erscheinen.

De Setas Dokumentrafilm "Banditi a Orgosolo" kam 1961 in die Kinos, die Schauplätze im Supramonte sind Orgosolo, Oliena und Mamoiada. Infos hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Die_Banditen_von_Orgosolo
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Re: Buchtipps

Beitrag von stella » 07.03.2019, 13:24

Leider findet man nur wenig zeitgenössische Literatur über Sardinien bzw. Romane, die auf der Insel spielen in Deutsch.
Freue mich über jeden Tipp über Literatur, die in diesem Jahrhundert geschrieben wurde. Die alten Sachen, die man auf Deutsch bekommen kann, kenne ich so ziemlich alle.:)
Das Meer ist keine Landschaft, es ist das Erlebnis der Ewigkeit. (Thomas Mann)

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Re: Buchtipps

Beitrag von eumel » 07.03.2019, 14:11

Stella, kennst du das Buch von Thomas Münster: Die sardische Hirtin?
Günther hatte es seinerzeit mal im anderen Forum empfohlen. Mir hat es ausgesprochen gut gefallen.

Wenn Günther erlaubt, kopiere ich seinen damaligen Text hier rein.

LG Ute
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stella (07.03.2019, 15:27)
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Re: Buchtipps

Beitrag von Su Corvu » 07.03.2019, 15:03

Ute, das wäre nett, ich finde den Text nicht mehr.
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