Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

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Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von Su Corvu » 28.07.2020, 10:02

Der deutsche Rüstungskonzern Rheinmetall produziert mit seiner Tochtergesellschaft RWM Italia in seiner Produktionsstätte in Domusnovas (Sulcis) auf Sardinien Bomben und Sprengstoffe. Seit Jahren steht Rheinmetall deswegen in der Kritik, immer wieder demonstrieren Friedensaktivisten vor den Toren der Fabrik. Nachweislich werden dort hergestellte Bomben der MK-80-Serie in der von Saudi-Arabien angeführten Militärintervention im Jemen eingesetzt. Die abgeworfenen Bomber wurden von RWM Italia S.p.A. in die Vereinigten Arabischen Emirate verkauft. Rheinmetall umging auf diesem Weg das deutsche Waffenembargo.

Jetzt kündigt der Konzern Entlassungen von Mitarbeitern wegen des kürzlich vom italienischen Parlament beschlossenen Waffen-Exportverbots in diese arabischen Länder an. Auf einem Treffen mit den Metallarbeiter-Gewerkschaften hat der Staatssekretär im Verteidigungsministerium, Giulio Calvisi, versichert, Italien würde sich für den verstärkten Verkauf der Waffen an EU- und Nato-Länder einsetzten, um die Arbeitsplätze zu erhalten ANSA Sardegna, 27.7.20).

Es ist immer wieder das gleiche Spiel, Arbeitsplätze werden gegen Friedenssicherung und Kampf gegen Verletzungen der Menschenrechte ausgespielt. Dass es auch anders gehen könnte, zeigt das Schicksal des ehemaligen Rheinmetall-Werks Sömmerda: Es wurde 1952 von der Sowjetischen Kontrollkommission an die DDR zurückgegeben. Dort wurden nun Büromaschinen, Mopedmotoren sowie Fotoapparate und zuletzt Computer produziert.
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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von Luna sarda » 28.07.2020, 14:07

Wenn der eine nicht mehr produziert / exportiert, dann eben ein anderer - war schon immer so..
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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von Su Corvu » 28.07.2020, 14:18

Hier geht es um eine deutsche Waffenschmiede, und da müssen in D. geltende rechtliche und ethische Maßstäbe angelegt werden! Rheinmetall hat doch die Niederlassung auf Sardinien vorsätzlich dazu benutzt, um die deutschen Waffenexport-Regelungen auszuhebeln. Und als Bewohner dieser Insel ist es mir auch nicht egal, was hier passiert.
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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von futurestyling » 28.07.2020, 16:03

Bin vollends bei dir Günther, aber wie Luna sarda schon erwähnte liefert dann ein Anderer.Wahrscheinlich sogar Rheinmetall, über ein neues"Tochterunternehmen".Da wird dann auf Sardinien weiterproduziert oder an einen anderen Waffenexporteur verkauft,der die Produktion wieder hochfährt.Geld regiert die Welt,alt aber immer noch gültig.Um die Moral schert sich da leider keiner.
LG,Helmut

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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von Giro » 28.07.2020, 20:39

Rüstungskonzerne sollten meiner Meinung, nur in dem Land, produzieren dürfen in dem sie ihren Hauptsitz haben.
Die Gründung von Auslandsniederlassungen, Kauf von Ausländischen Firmen etc. sollte grundsätzlich verboten werden.
Der Verkauf sollte nur an NATO Staaten genehmigt werden.
Falls einer dieser Staaten die Waffen weiter verkauft, dürfte dieser nicht mehr beliefert werden.
Das Problem dabei ist nur dann machen andere das Geschäft.

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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von eckart » 28.07.2020, 20:49

So kann ich das mit Sömmerda nicht stehen lassen.
1. kamen meines Erachtens alle Waffen aus der Sowjetunion. Damit Soldaten, die im Warschauer Pakt verbunden = Waffenbrüder, sich schnell austauschen konnten. Und die wurden natürlich beim Sieger gebaut = Sowjetunion.

Wenn die DDR gedurft hätte, also die UDSSR hätte es erlaubt, die DDR hätte natürlich auch wieder gerne anderes hergestellt.

2. wurde schon immer in Sömmerda auch Produkte für zivile Interessen hergestellt.

Hier zwei interessante Links dazu:
http://www.rechnerlexikon.de/artikel/Rheinmetall

https://www.rabaranowski.de/rheinmetall-soemmerda/

Nur richtig verdient haben Sie nur während der beiden Weltkriege. Und daher ist Luna sarda nur beizupflichten.
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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von Su Corvu » 29.07.2020, 09:05

Lieber Eckart,
ich habe nicht gesagt, dass im Werk von Rheinmetall in Sömmerda bis 1952 noch Waffen produziert worden sind. Durch die Entmilitarisierungspolitik der Alliierten war dies in allen Besatzungszonen nicht möglich. Die Fußnote sollte nur zeigen, dass Konversion möglich ist und in der Nachkriegszeit in Ost- u. Westdeutschland wegen des Fehlens ziviler Güter auch dringend notwendig war. Die Aussage "Wenn der eine nicht mehr produziert / exportiert, dann eben ein anderer - war schon immer so" ist natürlich richtig, wenn daraus aber gefolgert würde, Widerstand sei zwecklos, dann ist das ein fatalistisches Signal. Für mich bleibt wichtig: Auf Sardinien hergestellte Bomben haben Menschen im Jemen getötet, und damit ist jetzt hoffentlich Schluss.
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Re: Rheinmetall-Bombenfabrik auf Sardinien

Beitrag von eckart » 29.07.2020, 11:29

Su Corvu hat geschrieben:
28.07.2020, 10:02
... zeigt das Schicksal des ehemaligen Rheinmetall-Werks Sömmerda: Es wurde 1952 von der Sowjetischen Kontrollkommission an die DDR zurückgegeben. Dort wurden nun Büromaschinen, Mopedmotoren sowie Fotoapparate und zuletzt Computer produziert.
Ich wollte nur hinweisen, dass die DDR in Sömmerda nicht friedliebend geworden ist und ein Waffenschmiede nun friedlich nutzte des Friedens willen. Daher ist dies keine Beispiel für "Schwerter zu Flugscharen"!

Zu dieser Zeit (Schwerter) musste ich in der NVA dienen (18 Monate) dienen und wer sich für Schwerter zu Flugscharen bekannte durfte mit dem schlimmsten rechnen. Die DDR war KEIN Abrüstungsstaat! Sie hat andersdenkende verfolgt und diese Menschen in ihrer Entwicklung auf das äußerste gegängelt, gestoppt, gemobbt, gepeinigt wo es nur ging. Die DDR ist daher ein Unrechtstaat und eine Diktatur sollte nicht als friedliebend dargestellt werden. Ich habe meine ersten 30 Jahre dort gelebt, hatte keine Angst und habe dafür "bezahlt".

Wenn man den Links folgt, so kann man lesen, Maschienen für friedliche Zwecke wurden von Anfang an (also ab 18hundert...) produziert.

Es ist natürlich schön und gut, wenn auf Sardinien keine Waffen mehr hergestellt werden. Ich habe nicht das Gegenteil behauptet.
Und umso mehr die Länder zusammenwachsen, umso weniger Waffen werden (angeblich) "benötigt". Daher ist es gut, wenn Europa zusammen wächst. Denn ich will, das auch meine Enkelkinder undsoweiter friedlich hier in Europa leben können. Bis 1945 waren gefühlt aller 50 Jahre Krieg in Europa. Mit dem Zusammenwachsen kann man davon nun ausgehen das dieser Zyklus des sinnlosen Mordens beendet ist.

Und ganz wichtig: zum Zusammen gehört die Solidarität, der christliche Grundgedanke: helfen und NICHT "alle Menschen sind Egoisten, nur ich denk an mich" ;)
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