"geheim", aus der Sicht eines Freistehers

für alles, was sonst nirgendwo hinpasst
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hadirost
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"geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von hadirost » 03.12.2018, 20:05

Beim Thema: "User-Vorstellung > Wer ist Monte Niddu?" ging es auch um das Teilen, bestimmter Orts-Kenntnisse.
Und es war wohl nicht zuletzt die dort gewählte Formulierung: " ... auf meinen einst "geheimen" Wegen ... "
die zu einer Fülle an Folge-Beiträgen geführt hat.

Aus meiner Sicht sind im gegebenen Zusammenhang "meine Wege, nicht MEINE Wege".
MEIN, ist hier nur mein Anteil am Wissen um den gemeinten Ort.
Und ganz egal, wer solches Wissen sonst noch hat: Ich bin für meinen Umgang mit diesem, MEINEM Wissen verantwortlich.

Diese Verantwortung kann nicht darauf gerichtet sein, MEINne Interessen zu bedienen;
hier: MEIN Geheimnis zu wahren. Das Gegenteil ist der Fall.

Es geht um die Interessen derer, die nach mir kommen.
Es gilt, denen den Weg frei zu halten, die im eigenen Suchen und Entdecken ihre Erfüllung haben und -
es geht auch um die Interessen derer, die hier Einheimische, Eigentümer sind.

Publizierte Plätze sind leicht, verbrannte Plätze;
je sensibler sie sind, um so leichter brennen sie.
Verbrannt, meint hier verboten sein . Wollen wir das ?
Wer derart verbrannte Plätze sucht, muß nur den Hinweisen besonders "taffer" Reiseführer folgen.
Er wird Schilder, Schranken, Pflöcke und dicke Steine finden.

Wann immer ein Platz zu mir sagt: "Ich nehme Dich gern auf und den, der nach Dir kommt auch -
aber bewahre mich vor dem Ansturm - ich könnte daran sterben."
weiß ich, was ich NICHT tun werde - um seinetwillen.

Es gibt tausend, wissenswerte Dinge mit denen wir unser Reisen und Entdecken gegenseitig erlebnisreicher und erfüllter machen können.
Sich darüber auszutauschen, da bin ich dankbar dabei.
Und wenn das dennoch für den Einzelnen - aus Rücksicht - Grenzen hat, meine ich:
Das wäre nicht nur zu tolerieren; es wäre anzuerkennen.
Hans-Dieter
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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von leerotor » 05.12.2018, 00:04

Hallo
mir fällt in diesem zusammenhang ein fernsehbeitrag über den viktoriasee ein.
die Entdeckung der nilquelle war damals ein richtig grosses ding......in diesem beitrag wurde ein nachfahre dessen ,der den dr livingston getroffen hatte interviewt........dieser dr livingston soll sehr entusiastisch reagiert haben als er den viktoriasee als nilquelle entdeckt hat......sein gegenüber war darüber sehr verwundert.....was macht der hier für einen aufwand : der see der fluss die wasserfälle waren doch schon immer an der selben stelle, wieso müssen die erst entdeckt werden?

die sogenannten geheimen ecken auf Sardinien waren auch schon immer da........nur weil sie gerade mal nicht von reiseführerautoren beschrieben wurden, sind sie noch lange nicht geheim(da sich die herren höh und forrer(mit zunehmenden alter) immer mehr sich in den Restaurants/Hotels verwöhnen lassen, statt sich um die Sehenswürdigkeiten zu kümmern.....bilden sich immer mehr "entdecker" ein, geheime ecken gefunden zu haben.

einige dieser "geheimhalter" lassen sich ihre geheimheiten regelrecht mit der beisszange aus der nase ziehen.......macht euch mal keine sorgen
99,9% suchen nur einen geheimen strand mit Infrastruktur nur für sich alleine. und dafür gibt's einen führer : die 2 Milliarden schönsten strände Sardiniens.

wer auf der Insel mal wirklich ohne rummel sein will: es gibt da wunderschöne Wanderungen. mein schnitt liegt bei 1,2 Begegnungen pro tour(wenn ich mal ein holländisches paar treffe, weiss ich dass auf den nächsten 5 touren mir wieder mal niemand begegnen wird. diese geheimen Wanderungen sind mittlerweile in 5 tourenbüchern mehr oder weniger gut beschrieben..........max 5 touren werden dann auch begangen...die wanderer-misshandlung fuili Luna ist mit abstand die beliebteste und mit weitem abstand die unschönste....

wer wirklich geheime ecken sucht der nehme mal das buch "orgosolo der geheime berg in die Hand" im falle eines falles bleibt dann auch der verschwindeort geheim.

PS der geheime geheimtipp zu retaurants etc führt dann halt dazu, das mangels nachfrage das ding ganz schnell wieder zumacht. also alles schön geheimhalten damit ja niemand anders das hinkommt.
PS2 ihr geheimhalter......wie habt ihr ihr eigentlich selbst die geheime Insel Sardinien gefunden........?
mfg felix
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wenn alle so perfekt wären wie ich, wäre dass eine ganz fade welt

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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von futurestyling » 05.12.2018, 09:24

Bei diesen Berichten von Hans- Dieter und Felix sieht man wieder einmal zwei ganz unterschiedliche Denkweisen, die aber beide m.E.ihre Berechtigung haben.
Mal gewissenhaft durchlesen (auch zwischen den Zeilen!) und mit der eigenen Meinung abgleichen.
Habe z.B.auch schon einige Zufahrten zum Meer gesehen die dann plötzlich "über laufen" waren und in der Folge gesperrt wurden! Siehe z.B.ehemaligen Stellplatz am Capo Ferrato,südlich des Campingplatzes(deutsch.Betreiber).
Dem waren die Freisteher ein Dorn im Auge und er "bestückte" vor 4 Jahren die letzte Zufahrt mit großen Steinen!
Wohlgemerkt auf freizugängigem Terrain!Einige Einheimische, großteils ältere Leute aus dem Großraum Cagliari,die hier gerne das Wochenende verbrachten,zogen einige Steine beiseite und man konnte wieder zufahren.Das Jahr darauf zog er einen Zaun auf und brachte noch größere Steine vor Ort.Seitdem ist "zu" und die Einheimischen haben resigniert!Die Forestale brachten zwar laut Auskunft eine Anzeige ein,geschehen ist seither aber nichts!
In der Cala Luna auf Sant Antioco wurde ein Fahrverbotsschild aufgestellt,das aber regelmäßig"umgeschnitten",bzw. von den Einheimischen ignoriert wird!
Weitere Beispiele gäbe es noch zur Genüge.
Ich, für mir ,gebe meine Orte oder Plätze gerne weiter,aber ich verstehe Jeden der es nicht macht.
Das gute,bzw. " geheime" Gaststätten nicht weiter vermittelt werden glaube ich eher nicht,das wäre ja kontraproduktiv. Ist doch gut wenn der Wirt ein ergiebiges Einkommen hat und so auch für langfristige Arbeitsplätze sorgen kann und man ihn in Zukunft auch noch aufsuchen kann.
Lg,Helmut
Zuletzt geändert von futurestyling am 05.12.2018, 09:27, insgesamt 1-mal geändert.

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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von hadirost » 05.12.2018, 09:25

Lieber felix

Ich bin verwundert, dass Du mich so mißverstehen konntest.

Habe ich mich so mißverständlich ausgedrückt, dass Du im PS von "Restaurants" und gar von ganz "Sardinien" redest,
wo ich von "sensiblen Plätzen" gesprochen habe?

Soll ich Dein "geheimhalter" und Dein "für sich alleine" auf meinen Beitrag beziehen,
in dem es heißt: ... nicht darauf gerichtet sein, meine Interessen zu bedienen; ... ?

Ich weiß, wie Du, wie schnell mann alleine ist, wenn nur die Autotüre zugeschlagen ist und der Rucksack auf dem Buckel drückt.
Nur rede ich hier nicht davon.

Schau doch noch einmal auf den Titel meines Beitrages.
"Freisteher" meint einen Reisemobilist, der die Einsamkeit sucht und der sich bemühen sollte,
keine Fußabdrücke zu hinterlassen.

Hans-Dieter
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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von eckart » 09.12.2018, 17:44

Geheim, welch magisches Wort! Wie ein "Sechser" im Lotto. Ja der Sechser ist absolut selten und der geheime Ort wohl auch.

Hans-Dieter, Du verweist ja in Deinen Ausführungen auf den Thread "wer ist Monte Nieddu" und somit Allgemein auf die Thematik: "Austausch von Informationen, Gedanken, Ideen„.

Muss ich alles veröffentlichen im gesamten? NEIN. Ich kann zum Beispiel über die Costa Verde berichten, sie preisen und loben. Muss aber nicht den einen Platz, der eventuell gleich hinter der Abfahrt sonstwo sich befindet referieren. Denn dieser Platz muss nicht unbedingt auch für den anderen von gleicher Schönheit und somit Begehrlichkeit sein.

Aber das schöne bewahren und zu erhalten, dafür benötigen alle Informationen. Gibt es nicht genügend Passagiere für die Fähre, würde wohl die Fähre Ihren Dienst einstellen. Schon hätte man Schwierigkeiten überhaupt zu diesen geheimen Ort zu kommen.

Aber auch auf der Insel benötigt man ja eine Infrastruktur. Vom geheimen Ort können die wenigsten auf der Insel leben.

Ich bin Gast und nicht Besitzer eines geheimen Ortes! Folglich muss ich abwägen. Ich muss dafür sorgen das für die vielen geheimen Orte (also auch für die mir unbekannten) genügend Menschen auf der Insel leben, Ihr Auskommen haben und auf der Insel glücklich sind und nicht den (wirtschaftlichen) Drang haben diese zu verlassen. Und natürlich diesen Menschen helfen diese Orte zu erhalten.

Meinen ersten liebgewonnen Ort auf Sardinien habe ich „verloren„. Nicht weil zu viele, nein weil zu wenige kamen. Unsere Gastgeber hatten Sardinien verlassen.

Dies meine Gedanken
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a casa der Eckart Schuster (https://www.sardinienforum.eu/)

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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von Karin » 09.12.2018, 22:50

Ich denke, der zentrale Absatz in Hans-Dieters Beitrag war der hier:
hadirost hat geschrieben:
03.12.2018, 20:05
Wann immer ein Platz zu mir sagt: "Ich nehme Dich gern auf und den, der nach Dir kommt auch -
aber bewahre mich vor dem Ansturm - ich könnte daran sterben."
weiß ich, was ich NICHT tun werde - um seinetwillen.
Ich kann ihm aus vollem Herzen zustimmen. Denn wir müssen unterscheiden: Es geht nicht um Unterkünfte oder Restaurants, die eine bestimmte Kapazität haben, von der man sich natürlich wünscht, dass sie ausgelastet wird. Es geht nicht um kommerzielle Angebote, sondern es geht dabei um landschaftlich schöne Stellen (aus dem Blickwinkel eines "Freistehers"), von denen es auf Sardinien doch so unglaublich viele gibt. Wenn man aus dieser riesigen Auswahl welche für sich entdeckt hat, warum sollte man auf genau diese hinweisen? Jeder, der mit offenen Augen durch Sardinien fährt, hat ohne jegliche Anstrengung die Möglichkeit, ebensolche schönen Flecken zu entdecken. Viel mehr, als in einem normalen Urlaub Zeit bleibt anzuhalten und zu genießen.

Bedenkt doch bitte, dass wir uns hier zwar im kleinen Kreis untereinander unterhalten, es aber "alle Welt" im Internet lesen kann. Und bedenkt auch, wie sehr wir uns über die konsumierenden Bequemlichkeitsurlauber im Höh-Forum aufgeregt haben, die ihren Urlaub am liebsten vorgekaut bekommen wollen. Diese werden immer mehr - und sie pilgern genau an die Orte, die empfohlen werden, um im Sinne ihrer Urlaubsoptimierung sicher zu sein, nichts "verpasst" zu haben. Wie entstehen denn sonst Hotspots?
Wird ein verträumter - dem eigenen Empfinden nach - besonders schöner Platz im Internet genannt und schreibt der nächste das dann ab, und der nächste usw., wird genau dieser Platz über kurz oder lang seine Beschaulichkeit und Unberührtheit verlieren - also das, was ihn ursprünglich ausgemacht hat. Das wollen wir doch nicht, oder?!

LG, Karin
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Re: "geheim", aus der Sicht eines Freistehers

Beitrag von hadirost » 10.12.2018, 18:22

Karin hat alles gesagt.

Was von mir gemeint war; siehe "Wann immer ein Platz zu mir sagt ...".
Was von mir nicht gemeint war; siehe "Es geht doch nicht um ..."

Wenn wir beides auseinander halten, sind wir uns schnell einig.

Karin gebraucht das Wort "für sich entdeckt" und dazu sage ich:
Neben allen Plätzen die so vielfältig publiziert sind, gibt es solche,
die ich auf der Reise "für mich entdecke" für diese Nacht, für jene Nacht,
auch ohne Wiedersehen.

Nur gehören selbst diese Plätze nicht gleich zu denen,
um die es mir an dieser Stelle geht.
Was Karin zitiert hat - stellt das klar.

Alles Gute Hans-Dieter
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